FehlerKultur… 

Ein Fehler ist besser als keiner..

Mit diesen Worten beginnt ein Jongleur seine “Show” vor Führungskräften aus dem Bereich Integrität & Recht. Es gibt sicher dankbareres Publikum. Dachte ich.

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Schwabenlandhalle. Stuttgart. Großkonzernwelt. Interne Veranstaltung. Fehlerkultur? Klar, Fehler können schon mal passieren. Aber bitte nicht bei uns oder gerade heute!

Seit der offene Umgang mit Fehlern auch in der Trivial-Literatur für Führungskräfte angekommen ist, beschleicht mich immer häufiger ein ungutes Gefühl: Meinen wir das wirklich ernst? Zu häufig stoße ich in meinem alltäglichen Werben für mehr Mut zur Offenheit, zum Ausprobieren und Feedback erhalten auf Sorgen vor Konsequenzen.

Andy Gebhardt meint es ernst. Mit der Erfahrung aus 20 Jahren Kampf mit Bällen gegen die Schwerkraft hat er gelernt, Fehler als sinnstiftenden Teil eines Ganzen zu akzeptieren. Andy ist Jongleur und Speaker und vor allem großartig darin, in eindrucksvoller Sprache den Mehrwert von Fehlern darzustellen.

Ein Bild hat mich am besonders beeindruckt, ich habe es versucht zu zeichnen:

Komfortzone > Fehler 0 > FEHLER 1 > Fehler 2 > Fehler 3 …

Die meiste Zeit unseres Lebens bewegen wir uns in unserer Komfortzone (schön weit links).

Resultat: Wenig passiert. Erst mit dem Überschreiten von Fehler Nummer 0 in Richtung Fehler 1 beginnen wir Neues auszuprobieren, wagen uns aus der Deckung und.. irgendwann machen wir ihn, den Fehler Nummer 1.

Im Feld jenseits (rechts) der 0-Fehler-Grenze lernen und wachsen wir. Und nebenbei erweitern wir Stück für Stück unsere Komfortzone. Das heißt unsere 0-Fehler-Grenze verschiebt sich weiter nach rechts, unsere Komfortzone wird größer. Wir fühlen uns wohl mit unseren neu gewonnen Fähigkeiten. Ein schönes Bild.

(Echte) Fehlertoleranz ändert die Perspektive. Wir blicken nicht mehr durch ein schwarz-weiß Muster und machen uns abhängig vom Gelingen oder Misslingen im Kleinen. Wir erfassen unser Spielfeld als Raum der (Weiter-) Entwicklung im Großen. #GrowthMindset

Der größte Fehler ist nicht das Scheitern, sondern der Fehler Nummer 0. Wenn ich etwas gar nicht erst versucht haben. Wenn ich meine Komfortzone nicht verlasse. Wenn ich nicht bereit bin, Fehler zu machen.

Ich bin beeindruckt. Das Publikum ebenfalls. Und dankbar.

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Selber Tag, früher Abend. Restaurant 87. Kellergewölbe. Interne Veranstaltung. Fuck Up Night. Großkonzern?

Ok, wir haben mehrere Wochen nach einem Management-tauglichen, rechtlich nicht geschützten Namen gesucht, aber jetzt ist sie da: Unsere erste interne F*** ähhh Fail’n Learn Night.

Die Zutaten: Drei wundervoll mutige Menschen mit ihrer Geschichte vom Scheitern, ein toller Moderator und ein aufgeschlossenes Publikum.

Die Einblicke sind tief, ehrlich und persönlich. Es geht dreimal um große Fallhöhen, schonungslose Selbstanalyse und (das wichtigste) die Phase danach: Die Phase des Verarbeitens, des Lernens, des Wieder-Aufstehens und Wachsens.

Ich habe großen Respekt davor, dass sich drei Menschen vor Zuschauern verletzlich machen und finde es großartig, wie sie authentisch Beispiel geben. Für einen wirklich offenen Umgang mit Fehlern und mit der Chance, dass auch andere Menschen von den eigenen Fehlern profitieren können. In einem sehr wertschätzenden Sinne.

Und ich bin stolz auf meine Kollegen, die dieses Format intern gewagt haben. Gegen starke Vorbehalte, Widerstände und mit vielen Möglichkeiten zu scheitern.

Der Abend wird ein inspirierender Erfolg, die nächste Fail’n Learn Night in Gedanken schon beim Verlassen des Gebäudes geplant. Irgendetwas fühlt sich spürbar leichter an. Als hätten wir unsere Komfortzone erweitert…

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Wo gar keine Fehler erlaubt sind, da haben wir auch keine Freude.

Und so fahre ich auf Ludwigs Electro-Longboard durch ein verregnetes Stuttgart in die Bar, in der wir uns treffen. Um Spaß zu haben mit großartigen Menschen, die mutig ihre Komfortzone verlassen, Fehler machen und daraus lernen. Ich freue mich.

 

It’s about time..

I’m on my way back from two beautiful weeks in the Caribbean where I made more time to read, think and enjoy life with Larissa.


To start writing and making the things I care about more visible is something that is in my mind probably since two years (specifically, since my encounters at the US West Coast in Portland, OR & California).
The experiences of taking a new fulfilling role at work, forming and participating in new networks and things I learned about making work better opened myself to finally make this first step (on my smartphone using my layover time at  MAD, by the way). 

Specifically helpful has been reading a second time Working Out Loud by John Stepper. 

Maybe some ideas need a clearer mind, some sun and the sound of the Caribbean ocean to grow. ☀️

My goal is to write now frequently, to articulate my thoughts, to learn, be vulnerable, to make mistakes, to get better and to question. 

No more excuses ✌🏼️ 

Some love, Lukas 

Instagram: Saying goodbye with a growth mindset

P.S.: Other goals include to keep track of what influences me (people, articles, books, …), achieve a paperless office and integrate my work on different social media channels incl my love for photography